Sonntag, 11. Mai 2014

Tongariro Nationalpark – auf nach Mordor und zum Schicksalsberg! ;)

Wer kennt sie nicht, die „Herr der Ringe“-Trilogie oder auch „Der Hobbit 1+2“?! Und selbst wenn man die Filme direkt nicht kennt, so ist vielen doch die sagenhafte Landschaft in den Filmen ein Begriff. All das wurde in Neuseeland gedreht und Szenen rund um das düstere Reich Mordor und den Schicksalsberg spielen hier – im Tongariro Nationalpark!

Der Tongariro ist Neuseelands ältester Nationalpark und ist gleichzeitig Weltkultur-, sowie Weltnaturerbe. Der Nationalpark ist Heimat dreier aktiver Vulkane, dem Mount Tongariro, Mount Ngauruhoe und Mount Ruapehu und somit absolut ein Gebiet der Gegensätze. Es gibt nicht nur besagte aktive Vulkane, sondern auch heiße Quellen, Schnee auf den Gipfeln und erkaltete Lavaströme, sowie alpine Flora, nur Meter entfernt von bizarren Hochebenen, die in Sachen Vegetation eher einer Mondlandschaft oder einem fremden Planeten ähneln.
Teilweise also wirklich schwer sämtliche Extreme der Gegend in Worte zu fassen. Wir geben unser Bestes euch einen Eindruck zu vermitteln. Glaubts uns – es ist mehr als sehenswert! ;)

Von Taupo aus ging es also nach Whakapapa Village, einem kleinen Örtchen, das mitten im Nationalpark liegt. Dieses hat nicht wirklich viel zu bieten. Es ist eher Ausgangsort für Touren durch den Park oder zu nahegelegenen Skigebieten im Winter.
Hauptsächlich ist es also eine Touristenhochburg, die Unterkünfte verschiedenster Art bietet, so z.B. auch eine Art Schloss.
Hotel "Chateau Tongariro"
Angekommen, machten wir nur noch einen kleinen Spaziergang und ließen den Abend gemütlich ausklingen, denn am nächsten Morgen wollten wir früh raus. Wir hatten uns das sogenannte Tongariro-Crossing vorgenommen, eine knapp 20km lange Wanderung über den Vulkankrater. Auch Heike, meine Schwester, hatte beschlossen sich uns anzuschließen.
Eigentlich wollten wir früh um 7 Uhr schon los, aber eine dicke Nebelwand veranlasste uns dazu, den Start um eine Stunde nach hinten zu verlegen.

Start des Tongariro Alpine Crossings - Kilometer 0
Am Start angekommen war trotz des eher mittelmäßigen Wetters schon etwas los und erste Busse brachten jede Menge hochmotivierte Wanderer zum Parkplatz.
Noch kurz die ungefähr ekligsten Toiletten der Welt besucht und die vulkanische Aktivität überprüft – Grün – also konnte es losgehen. Manu hätte sich da natürlich statt grünem Licht eher Orange („erhöhtes Risiko“) gewünscht, um dem ganzen wenigstens ein bisschen mehr Spannung zu geben, aber mir wars so ganz recht ;)

Ampel für vulkanische Aktivität ;)
Los ging es noch recht gemütlich. Ein gewundener, teilweise mit Holzstegen, angelegter Weg führte durch das Tal immer Richtung Vulkan.



Lange sollte es so nicht bleiben und schon bald ging es nur noch bergauf. Der zweite Abschnitt des Tracks ist ziemlich steil und wird nicht umsonst als „Devil’s Staircase“ bezeichnet, was übersetzt so viel wie „Teufels-Treppe“ bedeutet. Ungefähr genauso geflucht hab ich auch :)

 
Auf dem Weg zum Südkrater
...da hat sie uns eingeholt, die Wolke ;)
Innerhalb nicht mal einer Stunde schafft man so fast 300 Höhenmeter, ehe man den South Crater (Südkrater) erreicht. Schon dort hat man eine tolle Aussicht… wenn das Wetter mitspielt. Während dieses gesamten Abschnitts war es grau, neblig und wolkig. Teilweise zog es zwar kurz auf, aber innerhalb kürzester Zeit war alles wieder in grau gehüllt.

Man konnte sogar beobachten, wie einem die Wolke quasi über den Berg folgt. Leider war sie schneller und hat uns überholt, plötzlich war alles weg :D
So war es auch relativ kalt als wir eine erste kurze Pause am Südkrater einlegten. Doch wie so häufig in Neuseeland wechselt das Wetter recht häufig und so klarte es auch hier immer wieder auf.

Wenige Meter vor dem South Crater
Aussicht vom South Crater
Vor uns lag nun eine riesige Ebene, aber danach wurde es erst richtig steil. Über Felsen und Geröll musste nach oben zum Red Crater (Roter Krater) geklettert werden. Inzwischen waren auch wirklich viele Leute unterwegs und es war geschäftig wie auf einer Ameisenstraße.

Nochmal flach... aber gleich wird es steil!
Aber dann… dann waren wir oben am höchsten Punkt des Tracks auf fast 1.900m und die Aussicht war toll. Endlich wurde es etwas klarer und wir konnten schon bald bis zu den Emerald Lakes (Smaragd Seen) hinunter sehen. Diese Schwefelseen haben diesen passenden Namen, da sie durch Mineralien im Wasser eine wunderschöne grüne Färbung annehmen. Es sah wirklich toll aus.

Erster Blick auf die Emerald Lakes - noch ein bisschen in Nebel gehüllt
Der Weg führte um den Krater herum und dann steil nach unten zu den Seen. Genau genommen war es kein richtiger Weg mehr, sondern eine Rutschpartie eine schmale Sandspur hinunter. Laufen war nicht möglich, da der Sand keinen Halt unter den Füßen gab und der Untergrund direkt unter einem somit mit wegrutschte… also hieß es schlittern.

Riesensandkasten ... der steile Weg nach unten
Heike tat sich auch aufgrund des nicht perfekt geeigneten Schuhwerks sowohl beim Auf- als auch beim Abstieg etwas schwer, aber am Ende kam auch sie wohlbehalten unten an den Seen an. Manu hatte sogar solchen Spaß daran, dass er den Sandberg gleich 3x wieder hochlief, nur um wieder hinunterzurennen. Ein einziger Riesensandkasten für ihn ;)
Eigentlich wollten wir gerne auch noch den Neben-Track auf den Gipfel des Mt. Tongariro oder des Mt. Ngauruhoe (Schicksalsberg) machen, entschieden uns aber aufgrund des Wetters dagegen. Zwar war endlich die Sonne herausgekommen und das Wetter hatte sich deutlich verbessert, aber der Gipfel des Berges war immer noch in den Wolken. Diese verzogen sich auch bis zum Ende nicht, was einen Aufstieg unsinnig machte. Sieht man den Gipfel von unten nicht, wird man von oben vermutlich auch keine schönere Aussicht haben ;)

Blick vom Red Crater auf die Emerald Lakes (Smaragd Seen)



...da waren wir oben, ganz da oben ;)
Die nächste Etappe führte zum Blue Lake. Zuerst musste eine gigantische Ebene überquert werden. Faszinierend, allein schon die Fläche, aber auch die Vegetation. Neben kleinen braunen Büschchen gab es nur Steine. Am anderen Ende der Ebene ging es noch einmal bergauf und wir waren da, am Blue Lake, einem kalten, säurehaltigen See. Dieser ist „tapu“, das bedeutet heilig in Maori, weshalb essen rund um das Ufer als respektlos angesehen wird.

Blick vom Red Crater - eine gigantische Ebene und der Blue Lake
Blue Lake
Hier sieht man wirklich wieso er Red Crater heißt...
Blick vom Blue Lake zum Mt. Tongariro und zum Mt. Ngauruhoe (Schicksalsberg in den Wolken)
Stein-Türmchen :)
Nun sollte es auf dem Weg zum North Crater (Nordkrater) das letzte Mal etwas nach oben gehen, aber das war bei weitem nicht mehr mit dem vorigen Anstieg vergleichbar und in kurzer Zeit bewältigt.

Abstieg vom North Crater
Ab hier gings nur noch bergab, in Serpentinen, kilometerweit. Diese Strecke zog sich so gesehen am längsten, war aber natürlich bequem angelegt, da es nicht so steil nach unten ging und die Aussicht war schön. Das weitläufige Tal und die Sicht über Lake Rotoiti bis zum Lake Taupo.
Unterwegs machten wir Rast an der Ketetahi Hut. Umso weiter man nach unten kam, desto mehr veränderte sich die Vegetation. Es gab wieder mehr Blumen und Büsche, anstatt der kleinen vertrockneten Sträucher.


"Stops so kurz wie möglich halten" - pf... und dann stellen sie nur 2 Toiletten auf :)

Auf der anderen Seite, am Ende des Tongariro Crossings, waren wir alle absolut zufrieden. Für uns wirklich ein Highlight, wie ihr auch am langen Text bemerkt haben könntet ;)


Noch ganz begeistert von den Eindrücken des Tongariro Nationalparks ging es am folgenden Tag weiter in Richtung Süden - nach Whanganui.

Samstag, 3. Mai 2014

Taupo und Rotorua – Geysire, Blubberschlamm, Schwefelgeruch und heiße Quellen

Schaaaafe :)
Nach unserer erfolglosen (wussten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht) Jobsuche in Tauranga und Umgebung, machten auch wir uns auf den Weg Richtung Taupo, wo wir meine Familie wieder treffen wollten. Sie hatten sich schon einen Tag zuvor dorthin verabschiedet und warteten auf einem Campingplatz am Lake Taupo, Neuseelands größtem See, auf uns.

Dort angekommen unternahmen wir erst einmal einen Spaziergang. Der Campingplatz befand sich theoretisch gesehen direkt am See, nur eine Straße überqueren und noch mal 200 m… einziges Problem – dabei handelte es sich um Privatland und der direkte Seezugang war nicht gestattet. Also liefen wir los, um an anderer Stelle ans Ufer zu gelangen. Und wir liefen… und liefen… und liefen. Kurz gesagt, es dauerte über eine Stunde bis wir endlich am See waren. Der war aber natürlich wirklich hübsch, trotzdem konnte ich Manus Entscheidung, diesmal am Campingplatz zu bleiben im Nachhinein durchaus nachvollziehen ;)

Lake Taupo
Lake Taupo
Die gesamte Gegend rund um Taupo und Rotorua ist bekannt für ihre geothermischen Aktivitäten. Überall riecht es nach Schwefel, heißes Wasser tritt aus dem Boden, es dampft und spuckt. Es gibt sogar Geysire und blubbernde Schlammlöcher. Also wieder einmal der Beweis dafür, dass es in Neuseeland landschaftlich fast alles gibt. Es hat uns immer wieder überrascht, wie vielfältig und spannend die Natur hier ist.
Am nächsten Tag hatten wir also einen Ausflug in eines der vielen sogenannten „Thermal Wonderlands“ geplant, um uns auch einmal genannte Naturphänomene genauer anzuschauen.

Orakei Korako
Nach einigem Überlegen entschieden wir uns für Orakei Korako, was sich auch als gute Wahl entpuppte. Es lag näher an Taupo und war bei weitem nicht so von Touristen überlaufen wie die bekannteren Attraktionen direkt in und um Rotorua. 

Bootsfahrt nach Orakei Korako
Im Eintrittspreis enthalten war eine kurze Bootsfahrt über einen Fluss, um das sogenannte „Hidden Valley“, also das „Versteckte Tal“ zu erreichen. Schon von der anderen Uferseite aus konnte man es dampfen sehen, was bereits die Vorfreude weckte. Drüben angekommen führte ein ca. 2-stündiger angelegter Rundweg durch das Gebiet, das neben 23 aktiven Geysiren in verschiedenen Größen, heißen Quellen, blubbernden Schlammlöchern und farbigen Silikat-Terrassen auch eine 36m tiefe Höhle mit einem kleinen See zu bieten hatte. Leider konnte man die Höhle nicht betreten, sondern nur von oben hinunterschauen und der größte der Geysire hatte auch keine Lust mal ein bisschen Wasser zu spucken, aber es gibt schlimmeres.
Alles in allem war es aber super interessant und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Bootsfahrt nach Orakei Korako
Silikat-Terrassen mit regenbogenfarbigen Algen

Geysir









Blubbernde und dampfende Schlammlöcher :)

In Rotorua blieben wir zwar nicht über Nacht, einen Besuch statteten wir der Stadt aber natürlich trotzdem ab. Wir bummelten durch die Fußgängerzone, waren am gleichnamigen See und Kaffee trinken.



Lake Rotorua
Praktisch war, dass wir entsprechende Ausflüge eigentlich immer mit unserem Auto unternahmen, so konnte das große Wohnmobil stehen bleiben, was nicht nur kostengünstiger ist, sondern einem auch Stress und Parkplatzsuche erspart.

Nach zwei, bzw. drei Tagen in dieser Gegend zogen wir weiter – nächstes Ziel: Tongariro Nationalpark oder für die „Herr der Ringe“-Fans unter euch… auf nach Mordor und zum Schicksalsberg! ;)

Freitag, 2. Mai 2014

Tauranga und Mount Maunganui - Traumstrand olé

Blick auf den Mount Maunganui
Unsere weitere Reise führte uns also von der Coromandel Peninsula an die Bay of Plenty. Dort war unser Ziel Tauranga oder genauer gesagt, der Stadtteil Mount Maunganui, der eigentlich ein kleines Städtchen für sich ist. Dieser Stadtteil befindet sich auf einer Halbinsel, die direkt ins Meer hineinragt und an dessen Ende der Mount Maunganui thront. Beidseitig von Meer umgeben, bietet Mount Maunganui nicht nur eine super Aussicht vom Berg oben, sondern unten auch einen wellenreichen Surfstrand auf der einen Seite und einen ruhigeren Schwimmstrand und Bootsanlegestelle auf der anderen. Am schmalsten Abschnitt der Halbinsel, also am Zipfel direkt vor dem Berg, kann man vom Strand links zum Strand rechts in ungefähr 3 Minuten laufen.

Am ersten Abend gingen wir nur noch einkaufen und dann an den Strand, ein gutes Stück vom Berg entfernt, aber nah an unserem Campingplatz.
Manu am Strand von Mount Maunganui
Mama/Beate am Strand von Mount Maunganui
Versuch eines Familienfotos - aber irgendjemand von uns redet leider immer :D


Mount Maunganui
Tags darauf entschieden wir uns für die Besteigung des Mount Maunganui. Es gab verschiedene Wege zum Gipfel, wir wählten die Strecke, die halb um den Berg herum und dann bergauf führen sollte. Leider war der dazugehörige Pfad nach oben gesperrt und so umrundeten wir den Berg quasi komplett, bevor wir mit dem Aufstieg begannen.
Er ist zwar nur 232m hoch, der Anstieg erfolgte aber in der prallen Mittagssonne und über eine Vielzahl an Stufen, wodurch es doch recht anstrengend wurde.
Die Aussicht belohnte einen dann aber umso mehr für die Strapazen. Ist doch nicht zu verachten, rechts und links vom Meer umgeben zu sein. Überzeugt euch selbst ;)

Weg um den Mount Maunganui
Weg um den Mount Maunganui
Oben angekommen ;)
Aussicht vom Mount Maunganui
Nach einem kleinen Stadtbummel und etwas zu essen, machte sich meine Family auf den Weg in Richtung Rotorua und Taupo, während Manu und ich beschlossen hatten, noch eine Nacht in Tauranga zu bleiben. Wir waren parallel mal wieder auf Jobsuche und die gesamte Region ist bekannt für den Kiwi-Anbau.
Wir wollten also versuchen einen der heißbegehrten Jobs in einem der vielen Kiwi-Packhäuser zu ergattern. Umständliche Sache… es reicht natürlich nicht, sich bei der entsprechenden Firma einmal vorzustellen und einen Bewerbungsbogen auszufüllen – nein – es ist absolut notwendig, bei jedem Packhaus einzeln vorbeizufahren und dort den exakt gleichen Bogen immer und immer wieder auszufüllen. Super Organisation und so verbrachten wir den nächsten Vormittag damit, von Packhaus zu Packhaus zu fahren und uns persönlich vorzustellen. Immer mit dem gleichen Ergebnis „Danke, wir melden uns im Laufe der nächsten 2 Wochen bei euch“.
Kleine Info am Rande: wir haben inzwischen einen Job, aber nicht in einem dieser Packhäuser. Von denen haben wir nie wieder etwas gehört ;)

Was wir euch natürlich auch nicht vorenthalten wollen, sind Fotos vom Abend zuvor. Diesen verbrachten wir erneut am Strand. Manu versuchte sich im Brandungsangeln und ich fotografierte den Sonnenuntergang, der mehr als sehenswert war. Jetzt kommen viele Fotos… wir konnten uns leider nicht entscheiden, sie sind alle so schön :)

Manu beim Brandungsangeln ;)
Sonnenuntergang am Mount Maunganui
Sooo schön :)
Und nochmal... ich hab ja gesagt, es werden viele Fotos :)


Die Sonne geht unter, der Mond geht auf...