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Donnerstag, 13. November 2014

Ein letztes Mal Kuta – Abschied von Indonesien



Ein klein bisschen wehmütig verließen wir an diesem Tag also Ubud. Zum einen weil es uns dort sehr gut gefallen hatte, zum anderen, weil damit fast schon das Ende unserer Zeit in Indonesien eingeleitet wurde. Beinahe vier Wochen waren vergangen. Zwei Tage blieben uns noch bis zum Flug nach Phnom Penh, Michl würde schon am nächsten Morgen fliegen und noch einen Tag in Singapur verbringen. Ihn würden wir dann zwei Tage später in Kambodscha wiedertreffen.

Gemeinsam fuhren wir wieder nach Kuta. Dort verbrachten wir noch einen letzten gemüt­lichen Tag am Strand. Michl und ich waren schon vorgegangen, während sich Manu mal wieder spontan ein weiteres Tattoo stechen ließ.

Kuta Beach

Bei einem Bierchen sahen wir zu wie sich der Strand immer mehr füllte. Bald war Zeit für den Sonnenuntergang, den auch wir anschauten. Und als die Sonne langsam im Meer versank war es für uns wie der perfekte Abschluss einer wunderschönen Zeit in Indonesien.

Langsam wird es voll am Strand

Nach durchzechter Nacht hätte Michl dann fast noch seinen Flug am nächsten Morgen ver­passt. Glücklicherweise schaffte er es gerade noch rechtzeitig zum Flughafen ;)



Nachdem er weg war ließen wir den Tag gemütlich angehen. Wir hatten einen letzten Termin im Krankenhaus um unsere Impfungen abzuschließen, danach schickten wir noch ein fast 9kg schweres Paket nachhause. Wie bereits erwähnt hatten wir ja doch so einiges eingekauft, hatten gleichzeitig aber auch noch dicke Klamotten dabei, die man für Neuseeland wirklich brauchen konnte, die hier in Südostasien aber absolut unnötig sind und so platzten unsere Rucksäcke so langsam aus allen Nähten. Aus Kostengründen gondelt es (immer noch) mit dem Schiff über die Weltmeere, hoffentlich kommt es auch irgendwann zuhause an. Sonst gibt’s keine indo­nesischen Mitbringsel mehr und das wäre sehr schade! ;)
Am Abend aßen wir noch einmal im „Smile’s Warung“, dem kleinen Restaurant am Markt, in dem wir schon am ersten Abend und auch an vielen folgenden gegessen hatten.


Am nächsten Morgen mussten dann auch wir Abschied von Bali nehmen. Als der Flieger in Richtung Phnom Penh abhob, zeigte sich Indonesien noch einmal von seiner schönsten Seite und wir staunten wieder über die Vulkane, die hoch über den Wolken aufragten.
Eines ist sicher: wir kommen wieder.
Vorerst hieß unser nächstes Ziel aber – Kambodscha!

Mittwoch, 12. November 2014

Balis Ostküste – Wasser, Wasser, Wasser



Diesmal war ein Ausflug an Balis Ostküste geplant. Hier lockten uns ganz verschiedene Dinge, aber alle hatten etwas mit Wasser zu tun.


Hauptgrund dieser doch recht weiten Fahrt war das Schiffswrack der USAT Liberty aus dem 2.Weltkrieg, das vor der Küste Tulambens auf Grund liegt. Dort kann man nämlich bereits bei einem Tauchgang bis auf 18m Tiefe einiges sehen, weshalb dieses Wrack auch für Tauchanfänger sehr gut geeignet ist.
Das wollte ich mir nicht entgehen lassen, da es zu den zehn schönsten Wrack-Tauchgängen der Welt gehört. Dies war mir anfangs selbst nicht klar, inzwischen wurde mir das aber von jeder Menge erfahrener Taucher bestätigt.
Leider musste ich dort allein unter Wasser, da Tanja ja sowieso außen vor war und Michl Probleme mit seinen Ohren hatte und deshalb auf keinen Fall tauchen durfte.

Nach knapp drei Stunden Fahrt die wir größtenteils schlafend verbrachten, erreichten wir Tulamben noch recht früh morgens. Das war mir wichtig gewesen, da es dann noch ruhig ist und das Wrack von weniger Tagestouristen heimgesucht wird. Zuerst suchte ich mir einen vertrauenswürdigen Tauch­­shop, regelte alle Einzelheiten und schon konnte es losgehen. Das Liberty Wrack gilt als eines der am leichtesten zu betauchenden Wracks der Welt. Es handelt sich um einen sogenannten Strandtauchgang, da das Wrack nur etwa 50m vom Strand entfernt liegt und deshalb direkt zu Fuß über den Strand und nicht vom Boot gestartet werden kann. Dies war mein erster Strandtauchgang, auf Lombok waren wir immer mit dem Boot hinausgefahren. Das Wetter war zwar super, dennoch herrschte eine recht raue See mit relativ hohen Wellen, die den Einstieg doch ziemlich erschwerten.

Wrack der USAT Liberty

Der flachste Teil des Wracks beginnt bei ungefähr 3 m, was sogar Schnorchlern erlaubt, einen Blick darauf zu werfen. Der tiefste Punkt liegt auf etwa 30m, dorthin durfte ich natürlich noch nicht tauchen.
Das Wrack war wirklich klasse. Da es doch schon einige Jahre dort unten liegt, ist es dicht mit Korallen bewachsen. Die allein wären schon sehenswert genug, sorgen aber natürlich auch für eine bunte Artenvielfalt an Fischen, Seepferdchen und vieles mehr. Leider weiß ich nicht ganz genau was da alles vor mir herumgeschwommen ist, aber es gab auf jeden Fall Doktorfische, Papageienfische, Schwärme großer Barrakudas und die bereits erwähnten bunten Seeschnecken.
Teilweise konnte man durch dieses Wrack sogar hindurch schwimmen, dabei ist aber Vorsicht geboten. Man sollte nirgendwo hängenbleiben oder Korallen zerstören. Umringt von Fischen mitten durch ein Wrack zu tauchen ist aber auch wirklich spannend und es gibt richtig viel zu sehen.



Mein zweiter Tauchgang an diesem Tag führte mich zum sogenannten „Drop-off“, einer komplett mit Korallen bewachsenen Steilwand. Diese reicht von 1m bis hinunter auf über 40m Tiefe. Auch hier gab es wieder eine riesige Vielfalt an Unterwasserlebewesen zu sehen.
Überhängende Felsen, tausende Fische und das bunte Treiben zwischen den Korallen geben dem Drop-off seinen ganz eigenen Charakter.
Nun hatte ich an einem Tag also zwei ganz neue Tauchvarianten kennengelernt, den Wrack-Tauchgang und das Tauchen an einer Steilwand. Beides neu und beides spannend, ich war begeistert und die Fahrt hierher hatte sich schon jetzt alle mal gelohnt.



Leider können wir nicht besonders viele Fotos einfügen, da entweder die GoPro oder der USB-Stick mit Problemen zu kämpfen hat und einen Großteil dieser Tauchaufnahmen einfach verschluckt hat. Wir werden zuhause sehen was sich davon noch retten lässt. Hier also ein kleiner Einblick, zum Glück sind wenigstens einige erhalten geblieben, damit ihr euch ein Bild machen könnt...



Anschließend traf ich mich wieder mit Tanja und Michl, die eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall unternommen hatten und wir entspannten noch ein bisschen an einem von Tulambens schwarzen Stränden.




(Tanja)
Michl und ich hatten zuerst einmal ausgiebig gefrühstückt und dann beschlossen ebenfalls etwas mit Wasser zu unternehmen, während Manu beim Tauchen war und wanderten zu einem Wasserfall in der Gegend. Die Strecke dorthin war nicht wirklich lang, führte aber teilweise durch den Wald, vorbei an Palmen und Bananenstauden.



Dieser war recht hübsch, letztendlich aber nicht wirklich etwas besonderes, hatten wir auf der ganzen Reise doch schon so viele Wasserfälle gesehen. Egal, Wasserfälle sind immer toll und Michl wollte sich die "Dusche" darunter auch nicht entgehen lassen.




Nach dieser kleinen Unterbrechung fuhren wir mit unserem Fahrer zurück zum Tauchshop um Manu wieder einzusammeln. Er war auch schon fertig und berichtete begeistert von seinen Erlebnissen unter Wasser.

Anschließend stand noch der Besuch eines letzten Tempels oder genau genommen, eines Palastes auf dem Programm. Diesen hatten wir uns ausgesucht, da es sich dabei um einen Wasser-Palast handelte, dessen Beschreibung vielversprechend klang.

Wasserpalast Tirta Gangga

Der Wasserpalast Tirta Gangga wurde 1948 von Raja Anak Agung Anglurah Ketut Karangasem (ich gebs ja zu… diesen Namen musste ich noch mal googlen ;)) erbaut. Der Name bedeutet übersetzt „Heiliges Wasser des Ganges“, woraus sich bereits schließen lässt, dass die Balinesen auch dieses Wasser für heilig und heilend halten.


Baden erlaubt!

Die Gebäude sind vom einem wunderschön angelegten Garten mit Teichen, Skulpturen und Brunnen umgeben. Außerdem gibt es mehrere Pools in denen Schwimmen erlaubt ist.




Letztendlich war Tirta Gangga wirklich keine schlechte Wahl. Anfangs waren Manu und Michl nicht all zu begeistert, sich noch mal einen Tempel ansehen zu müssen - "die sehen doch alle gleich aus" ;) Und ich muss zugeben, sie haben mit dieser Aussage nicht ganz unrecht, der Wasserpalast und seine schönen Gärten waren aber eine nette Abwechslung zum typisch hinduistischen Tempel.



Nachdem wir eine ganze Weile durch den Garten spaziert waren, machten wir uns auf den Heimweg. Doch auch die Fahrt war sehenswert, da es quasi eine Passstraße hinauf und wieder hinunter ging und uns so eine tolle Landschaft voller Reisterrassen und Palmen präsentiert wurde.
So ging ein weiterer spannender Tag zu Ende, der uns viele neue Seiten Balis zeigte. Immer mehr stellten wir fest – Indonesien, wenigstens das was wir bisher davon gesehen haben, gefällt uns unheimlich gut!

Montag, 10. November 2014

Tour durch Balis Landesinnere – Allheilwasser, Kacke-Kaffee und Tempelabzockerei



Wie schon erwähnt wollten wir noch so einiges auf Bali besichtigen und nutzten das Städtchen Ubud dafür als Ausgangspunkt. Weil wir keine Lust hatten selbst zu fahren und es recht günstig ist sich ein Auto samt Fahrer zu mieten, taten wir das. Früh am nächsten Morgen starteten wir zu unserer großen Tempel-Tour, die uns nicht nur zu einigen Hindu-Tempeln, sondern auch auf eine Kaffeeplantage und an den Vulkan Batur und den gleichnamigen See bringen sollte.

Erstes Ziel unserer Besichtigungstour war der Tempel „Goa Gajah“, auch „Die Höhle des Elefanten“ genannt. Dieser Tempel hat letztendlich gar nichts mit Elefanten zu tun, sondern ist dem Elefantengott Ganesh, einem Sohn des hinduistischen Gottes Shiva, gewidmet. Der Höhleneingang ist auffällig gestaltet und stellt einen Dämon dar, der die Höhle umschließt.


Goa Gajah - Eingang zur Elefantenhöhle
Schrein für den Elefantengott Ganesh
Abgesehen von der Höhle gab es noch einen Brunnen und einen kleinen Spazierweg entlang einiger Reisfelder.
Doch bevor wir überhaupt nur in die Nähe des Tempeleingangs kamen wurden wir bereits von mindestens acht Verkäuferinnen nahezu überrannt. Alle wollten ihre Souvenirs, Klamotten, Getränke und am wichtigsten: Sarongs, an den Mann bringen. Sarongs sind sehr große, bunte Tücher die um die Hüfte geknotet werden. Tempelanlagen darf man nämlich nur betreten, wenn Schultern und Beine bedeckt sind. Meist kann man sie am Eingang ausleihen, oft wird aber eine saftige Gebühr dafür verlangt. Da wir das schon vorher wussten, hatten wir bereits beschlossen uns eigene Sarongs zu kaufen und erhandelten uns jeweils ein hübsches Exemplar.


Kaffeekirschen
Kaffeeplantage mitten im Regenwald
Als nächstes besuchten wir eine der Kaffeeplantagen, die den sogenannten „Luwak Kaffee“ herstellen. Dabei handelt es sich um den teuersten, im Handel erhältlichen Kaffee der Welt. Besonderheit dieses Kaffees ist, dass die Kaffeekirschen zuerst durch die Luwak-Katze (gehört eigentlich zur Gattung der Oppossums) selektiert, gefressen und dann wieder ausgeschieden wird. Die ausgeschiedenen Kaffeebohnen sind quasi unberührt, da sie durch ihre Pergamenthaut geschützt sind, liefern dadurch am Ende ein ganz besonders volles und schmackhaftes Aroma. Diese Bohnen werden dann mehrfach geröstet und zum wohl exklusivsten Kaffee der Welt verarbeitet.

Achja, Ananas wachsen dort übrigens auch
Eine sogenannte "Luwak-Katze"
Ausgeschiedene und gewaschene Kaffeebohnen

Wir haben ihn probiert und für gut befunden. Allerdings war natürlich keine Kackenote herauszuschmecken, gleichzeitig bemerkten wir aber auch die angepriesene „würzig-süßliche Säure“ nicht wirklich. Es war was es war – guter Kaffee eben. Endlich mal wieder nach der ganzen Plörre die man sonst oft so bekommt! ;)

Luwak Kaffee und schön anzusehen - ausgeschiedene UNgewaschene Kaffeebohnen davor
Bei der Verkostung :)
Die Führung über die Plantage, die Erläuterung der nacheinander folgenden Prozesse, die Verarbeitung und das Rösten der Kaffeebohnen, bei dem wir selbst mithelfen durften war eine super Erfahrung und die anschließende Verkostung aller sonstigen Produkte ein leckerer Abschluss. Hergestellt werden dort nämlich nicht nur der „Luwak Kaffee“, sondern auch verschiedene Tees, wie Ingwer-, Zitronengras- oder Reistee und natürlich Kaffeesorten und -mischungen, z.B. mit Schokolade, Kokosnuss oder Vanille.

Kaffee mahlen
Kaffee rösten
Probiererle ;)
Leider ist der Luwak Kaffee neben hochwertig und exklusiv eben auch unheimlich teuer. Qualität hat ja bekanntlich ihren Preis ;) ansonsten hätten wir euch gerne ein bisschen Kacke-Kaffee zum Probieren mit­gebracht.


Eingang zum Pura Tirta Empul
Nach dieser leckeren Unterbrechung besuchten wir den nächsten Tempel, den „Tirta Empul“ in der Nähe der Stadt Tampaksiring. Dieser gehört zu den neun Staatstempeln und ist einer von Balis heiligsten Tempelanlagen. Angeblich tritt dort heiliges Quellwasser zutage, das jegliche Krankheit und allerhand Leiden heilen kann.


Heutzutage kommen nicht mehr nur hinduistische Gläubige, sondern auch viele Touristen hierher um sich um sich zu reinigen und von Krankheiten und sonstigen Problemen zu befreien. Jede der einzelnen Fontänen, die ihr Wasser ins Quellbecken ergießen, soll dabei für eine ganz bestimmte Aufgabenstellung zuständig sein, die genaue Zuordnung ist aber heute nicht mehr bekannt.
Wir hatten zwar nicht vor dort zu baden, man weiß ja nicht ob man sich da nicht mehr Probleme einfängt als man los wird. Heilig hin oder her :D Fußpilz lässt grüßen – so viele Leute wie da schon drin waren.


Fontänen mit heiligem Quellwasser
Die Hand einmal ins Wasser halten musste aber schon sein. Vielleicht hilft das ja auch gegen die vielen Mückenstiche, die uns ständig so schrecklich nerven. Die fallen doch sicher auch unter die Kategorie „allerhand Leiden“, oder?! ;)



Zeitgleich fand dort auch eine Zeremonie statt, der wir eine Weile zuschauten. Auch Opfergaben in Form von Pflanzen, Obst und anderer Lebensmittel, sowie einer Ente und eines Huhns standen schon bereit. Bis zu deren Opferung warteten wir aber nicht mehr.


Opfergaben

Nun machten wir uns auf den Weg zum Vulkan Batur und dem am Fuße liegenden gleich­namigen See. Dort gab es ein All-you-can-eat-Mittagessen in einem Restaurant. Das Essen war eher weniger die Erfüllung, dafür machte die Aussicht auf die wunderschöne Landschaft umso mehr her.

Mittagessen mit Aussicht
Agung Batur und Lake Batur
Etwas fragwürdige Bauweise?! ;)
Ein anschließender Spaziergang über den Markt hätte uns beinahe einen Hund beschert ;) Überall wurden sie verkauft, niedliche Welpen, meistens viel zu viele davon eingepfercht in winzige Käfige. Uns tat es weh das zu sehen und am liebsten hätten wir sie alle mit nachhause genommen. Spottbillig waren sie obendrein – 5000 indonesischen Rupien, das sind etwa 35 Cent. Tiere sind dort einfach immer noch nichts wert, was auch an der enormen Anzahl an Straßenhunden erkennbar ist.

Wäscherei ;)




Der folgende Programmpunkt sollte das Highlight dieser Tour werden – der Tempel Besakih. Er ist das wohl heiligste religiöse Gebäude Balis und der sogenannte Muttertempel aller hinduistischen Tempel. Er liegt am Fuß des Vulkans Gunung Agung und wurde im 8. Jahrhundert erbaut. Der gesamte Tempelkomplex des Pura Besakih besteht aus 23 separaten Tempeln mit über 200 Gebäuden, die jeweils eigenständige Tempel und Schreine beherbergen.
 
Pura Besakih



Zuvor hatten wir bereits von verschiedensten Freunden, anderen Reisenden und unserem Reiseführer erfahren, dass man hier oft abgezockt wird, einem ein Führer aufgenötigt wird und man meist mehr Geld bezahlt als eigentlich nötig. Das würde uns nicht passieren – nein – wir wussten ja wie das normalerweise ablief.
Kaum hatten wir die Tickets gekauft, wollten wir also los, aber nein – Ticketkontrolle. Jetzt wollten wir aber los. Nein – „einen Schritt näher treten bitte“.




Gesagt getan und in diesem Moment wurde uns klar, dass wir uns selbst und trotz aller Vorwarnungen direkt in die Falle manövriert hatten. Da standen wir nun vor diesem schmierigen Kerl, der uns genau das erzählte, wovor wir bereits gewarnt worden waren. Es fände heute eine große besondere Zeremonie statt, aufgrund dessen man den Tempel natürlich nur mit einem einheimischen Führer betreten dürfe. Bezahlen könne man angeblich nach eigenem Ermessen, es handele sich dabei um Spenden!
Na gut, jetzt gabs eh schon kein Zurück mehr und Manu bezahlte zähneknirschend 50.000 Rupien extra und erklärte, das wäre für ihn und mich. Daraufhin wurde der bislang so übertrieben freundliche Ticketkontrolleur aber auf einmal wütend, meckerte uns in übelstem Tonfall an und verlangte mindestens 300.000 Rupien pro Person.



Auch Manu konnte sich bei soviel Dreistigkeit nicht mehr beherrschen, warf dem Kerl vor uns wie „wandelnde Geldautomaten“ zu behandeln und noch so einiges mehr. Eine Weile ging die Diskussion so hin und her, es fielen Worte wie Respekt und Fairness und ähnliche unsinnige Argumente vonseiten des Balinesen. Letztendlich brachte uns die gesamte Debatte aber natürlich keinen Schritt weiter, weshalb Michl selbst schnell noch etwas bezahlte, wir dem Ekelpaket klarmachten, dass er dann eben nicht behaupten dürfe „der Betrag sei eigenes Ermessen“ und wir dann mit unserem aufgedrängten Guide in Richtung Tempel davonzogen.
Der Tempel selbst war schön anzusehen mit seinen vielen Türmchen, Statuen, Steinhauereien und großen Toren.



Einen älteren Guide hätten wir wohl kaum bekommen können und gebraucht haben wir ihn erst recht nicht. Zum einen weil es ja wie wir sowieso wussten keine besondere Zeremonie gab, zum anderen weil er weder Lust hatte uns etwas zu erklären, noch auf viel Bewegung und nur lustlos hinter uns her schlurfte. Nach jeder zweiten Treppenstufe – und glaubt mir, es gibt viiiiiiele davon – fragte er, ob wir endlich umkehren könnten. Nach und nach sank unsere ohnehin schon mittelmäßige Laune dann komplett in den Keller.
Am meisten haben wir uns aber wohl über uns selbst geärgert. Wir wussten schon vorher genau was passieren würde und sind trotzdem wie die Anfänger mittenrein gerannt ;) aber gut, es gibt Schlimmeres und jeder der längere Zeit durch Asien reist, wird das eine oder andere Mal zuviel bezahlen. Damit muss man leben.




So schön der Tempel Besakih an sich war, so negativ blieben uns die Auseinandersetzung und die ewige Geldgier der dortigen Menschen im Kopf. Der eigene Glaube wird sozusagen verkauft, überall wird noch einmal mehr versucht Geld zu machen und die Touristen abzuzocken. Eintritt, Kerzchen anzünden, beten, spezielle Treppen besteigen, Trinkgeld für den Guide, den man nicht braucht – alles kostet extra. Man wird aber meist auch nicht gefragt ob man das denn machen möchte, sondern bekommt Kerze und Co. einfach in die Hand gestopft, dann wird selbst die Hand nach Geld ausgestreckt. Dies hinterlässt dann doch einen etwas faden Beigeschmack im sonst so freundlichen und schönen Bali. Sagt selbst, in welcher deutschen Kirche muss man Geld bezahlen um sie betreten zu können?
Hoffen wir mal, dass das Geld tatsächlich für den Erhalt der Tempelanlagen verwendet wird. Viele davon sind aber so baufällig, dass wir daran eher zweifeln, wobei wenigstens der Pura Besakih recht gut erhalten war.


Nachdem wir unseren Guide losgeworden waren und selbst noch eine kleine Runde durch die vielen Tempelgässchen und die unzähligen Treppen gemacht hatten, verließen wir den Tempel Besakih und traten die Heimfahrt an.



Unterwegs gab es noch einen letzten Stopp am Gerichtshof in der Stadt Klungkung. Dieser war ehrlich gesagt nicht sonderlich sehenswert. Beschreiben könnte man das Hauptgebäude bestenfalls als Baustelle, dahinter lag ein Museum, das allerdings nicht einmal 5 Minuten nach unserer Ankunft schloss und uns gerade noch Zeit für einen winzigen Blick hinein gab. Einzig der Musiker vor der Tür beeindruckte uns mit seinem Instrument, einer Art Xylophon und Manu und Michl gaben beide ihr Bestes ;)
 
Court of Justice (Gerichtshof) in Klungkung

...ein Naturtalent... :)

Zurück im Hotel waren wir ziemlich müde, es war doch ein langer Tag mit viel Fahrtzeit und vielen neuen Eindrücken gewesen.
Schon am nächsten Tag würden wir unseren freundlichen Fahrer wiedersehen. Dieses Mal sollte es bis an die Ostküste Balis gehen.