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Montag, 20. Oktober 2014

Cairns – Pech mit der Autovermietung, Glück im Beer-Pong ;)


Nach diesen entspannten Tagen in Port Douglas war es nun also an der Zeit uns von unserem Miet-Campervan zu trennen. Um ehrlich zu sein, von dem Gefährt oder eher von der dazu­gehörigen Firma hatten wir sowieso ein bisschen die Schnauze voll.
Abgesehen von dem Batterieproblem und der Odyssee durch verschiedenste Werkstätten, könnte man auch sonst vieles bei diesem Auto als gebraucht bezeichnen, oder als heruntergekommen, alt und lieblos. Kabel für die Klimaanlage baumelten von der Decke, Vorhänge passten nicht an die Fenster, die Plastik-Innenverkleidung war mehr als lose und die versprochenen Stühle und den Tisch durften wir nach über 2 Wochen und etlichen mehr oder weniger freundlichen Telefonaten selbst besorgen. Einmal beschloss das Auto auch einfach kein Gas mehr geben zu wollen – und das mitten auf einer großen Kreuzung über die wir dann im Schneckentempo hoppelten.
Atherton Tablelands
Alles in allem also nichts wirklich Schlimmes und über einzeln auftretende Kleinigkeiten hätten wir uns sicher nicht geärgert oder beschwert. Aber wer kennt das nicht: die Kleinigkeiten häufen sich, der Service ist nicht gerade freundlich und am Ende wird man noch selbst als doof hingestellt – da war unser Ärger dann doch entsprechend groß.
Bei Abgabe wollten wir also noch einmal kurz, aber freundlich auf einige der Mängel hinweisen. Angeblich wollen sie ja auch eine ehrliche Meinung, um sich selbst verbessern zu können. Na, von wegen, nicht nur herablassend behandelt wurden wir, sondern um die versprochene Rückerstattung des ausgelegten Geldes für Tisch, Stühle und Gaskartuschen mussten wir sogar noch fast streiten. Durch ein klitzekleines bisschen Mühe und Freundlichkeit hätte sich all das in kürzester Zeit klären lassen, da wir sicher keine besonders anspruchsvollen Kunden sind, aber wenn man für etwas doch ziemlich viel Geld bezahlt, dann muss auch der dazugehörige Service stimmen. Einzig positiv hervorzuheben ist, dass sich das Auto meistens gut fahren ließ, trotz seiner 270.000km.
Abschließend lässt sich nur noch eines sagen – wir buchen sicher nicht mehr bei Spaceships und können es auch keinem empfehlen!

Nachdem wir mit dem Auto eigentlich auch unseren Ärger losgeworden waren, vergnügten wir uns noch einige Tage in Cairns. Die kleine Stadt ist wirklich recht überschaubar, aber nett angelegt mit einem schönen öffentlichen Pool, einer Promenade und einer niedlichen Innenstadt.

Cairns Esplanade und Pool
Zu unserem Hostel gehörte auch eine Bar in der beinahe jeden Tag etwas geboten war und so beschlossen wir an Manus Geburtstag am sogenannten Beer-Pong-Turnier teilzunehmen.
(Kurzerklärung für die, die Beer-Pong nicht kennen: man spielt in Zweierteams gegeneinander. Jedes Team steht auf einer Tischseite und hat zehn Becher mit Bier vor sich stehen. Ziel ist nun einen Tischtennisball in die Becher des gegnerischen Teams zu werfen, das diese dann austrinken muss. Gewonnen hat das Team, das am Ende noch volle Becher übrig hat.) Simples Spiel also, das trotzdem oder gerade deswegen recht lustig ist.
Atherton Tablelands
Ob es an Manus Geburtstag, am Glück oder unserem Können lag wissen wir nicht, aber wir räumten ab. Eine Runde nach der anderen gewannen wir überlegen und kämpften uns so ins Finale, wo wir verdient den Hauptpreis gewannen ;)
(Zugegeben, das Finale haben wir nicht gewonnen. Da die Sieger aber ihren Preis auswählen durften und sich für etwas anderes entschieden, erhielten wir trotzdem den Hauptpreis: eine „Waterfall-Tagestour“ für zwei bei der viel Spaß und vier verschiedene Badeorte garantiert wurden.

Schon am nächsten Morgen gings los. Ziel waren wieder die Atherton Tablelands, die wir teilweise ja bereits besichtigt hatten.
Erster Badeort war Lake Eacham, ein mit Grundwasser gefüllter Vulkankrater, der sich im malerischen „Crater Lakes Nationalpark“ befindet. Wie der Name schon sagt, gibt es dort mehrere Kraterseen, die bislang mehr oder weniger mit Wasser gefüllt sind. Über die nächsten Jahre werden die meisten von ihnen vollständig gefüllt sein.
Dieses erste Bad sparte ich mir noch, da es doch noch recht frisch war, aber Manu war natürlich gleich dabei.

Lake Eacham
Lake Eacham

Nach einem Bad und leckerem Smoko – ihr wisst schon, Pause mit Kaffee, Tee, Muffins und frischem Obst – ging es weiter zum zweiten Ziel des Tages.

Der „Cathedral Fig Tree“ (Kathedralen-Feigenbaum) wird so genannt, weil er dermaßen riesßig ist, dass man sich mit mehreren Personen zwischen seine ausladenden Wurzeln stellen kann wie in eine Kathedrale. Dabei handelt es sich genau genommen um einen 500 Jahre alten Würgefeigenbaum und damit um den ältesten seiner Art in den Atherton Tablelands.

Cathedral Fig Tree
Die Tour führte uns weiter durch die Atherton Tablelands und zu einem wunderschönen Aussichtspunkt über die Gegend.


Anschließend besuchten wir den Mount Hypipamee Crater, auch bekannt als „The Crater“. Dieser Krater ist 82m tief und hat einen Umfang von 61m. Unser Guide Brett verdeutlichte uns wie hart der Aufprall auf der Wasseroberfläche sein kann, indem er einen Stein in die Tiefe warf. Wir waren alle erstaunt über den extrem lauten Knall als er auf dem Wasser auftraf.

The Crater
The Crater
Es folgte Badespaß Nummer 2…der angeblich kälteste Wasserfall der Region – die Dinner Falls. Hier gingen wir beide baden, allerdings entschied ich mich für den langsamen – okay, sagen wir langweiligen – Weg hinein, während es bei Manu durchaus spektakulärer aussah. Seht selbst ;)
Übrigens war das Wasser wirklich arschkalt ;)

Dinner Falls
Ich kann fliiiiiegen ;)


Als nächstes sollten wir erneut die Millaa Millaa Falls zu sehen bekommen, von denen wir euch ja bereits vor einiger Zeit berichtet hatten. Dieses Mal blieben wir hier aber nicht trocken, nein, wir schwammen und kletterten hinter den Wasserfall. Die Steine waren übel rutschig und so mussten wir vorsichtig sein. Am Ende waren wir aber alle hinter dem Wasserfall angekommen. Ganz schön frisch und windig hier – aber schön!

Millaa Millaa Falls


Aus dieser Perspektive hatten wir die Millaa Millaa Falls beim letzten Besuch nicht zu Gesicht bekommen.

Hinter den Millaa Millaa Falls
Hinter den Millaa Millaa Falls
Wieder am Ufer hatten wir noch ein bisschen Zeit um zu trocknen vor es weiter zum letzten Wasserfall und zum angeblichen Highlight der Tour gehen sollte.

Brett hatte nicht zu viel versprochen. Die Josephine Falls sehen zwar im ersten Moment eher unscheinbar aus, können aber als natürlich Wasserrutsche genutzt werden. Das hatten wir noch nie gemacht und ließen uns die Chance natürlich nicht entgehen.

Josephine Falls
Hochklettern – Vorsicht, nur nicht wegrutschen – auf den Po gesetzt – und huiiii. Es ging schneller und besser als gedacht und auch auf dem Bauch oder in sonstigen Positionen rutschen war möglich. Wir hatten tierischen Spaß und waren nun erst recht froh über die gewonnene Tour. Wir hätten ansonsten keine Ahnung gehabt, dass man diesen Wasserfall einfach runterrutschen kann.



Nach einem weiteren Smoko ging es zurück nach Cairns, wo wir abends müde, aber zufrieden ankamen. Die Tour hatte sich wirklich gelohnt – und geschenkt natürlich gleich dreimal ;)

Dies war unser letzter Tag in Cairns gewesen. Nach weiteren zwei Tagen in Sydney war unsere tolle Zeit in Australien dann endgültig vorbei.

Frühmorgens schon ging unser Flieger von Sydney über Bangkok nach Singapur. Südostasien erwartete uns!

Sonntag, 12. Oktober 2014

Far North Queensland – im Norden nichts Neues


Küstenstraße von Cairns nach Port Douglas

Da wir einige Tage später unseren Campervan sowieso in Cairns abgeben würden, fuhren wir an dieser Stadt nun erst einmal vorbei und weiter nach Norden. Zurück nach Cairns musste wir ja allemal.
Die Strecke von Cairns nach Port Douglas wird als eine der schönsten Küstenstraßen Australiens beschrieben und ist wirklich sehr schön. Immer direkt am Meer entlang, von Bucht zu Bucht bis man das malerische Port Douglas erreicht. Hier gefiel es uns richtig gut und so entschieden wir die letzten Tage auf einem Campingplatz dort zu bleiben. Das Wetter war super und es gab einiges zu unternehmen, aber auch Strand und Badespaß kamen nicht zu kurz.

Daintree Regenwald
Als Far North (weit im Norden) wird die am weitesten im Norden liegende Region des australischen Bundesstaates Queensland bezeichnet. Die Gegend ist zu großen Teilen vom Daintree Rainforest bedeckt, der sich sogar bis in die Atherton Tablelands erstreckt. Er ist mit über 135 Millionen Jahren der älteste Regenwald der Erde und vergleichbar mit den Wäldern, die vor Millionen Jahren in Gondwanaland wuchsen. Damit gehört er zum Weltkulturerbe.

Mossman Schlucht
Mossman Schlucht
Mit unseren Campingplatz-Nachbarn, einem Sportlehrerpärchen aus Österreich, machten wir eine kleine Wanderung durch die Mossman Gorge (Schlucht). Diese liegt inmitten des erwähnten Daintree Rainforests im Daintree Nationalpark und bietet neben der Natur­erfahrung von Regenwald, Flüssen und der eindrucksvollen Schlucht-Kulisse auch die Möglichkeit einen Einblick in die Kultur und das Leben des einheimischen Volkes der Kuku Yalanji-Aboriginees zu bekommen.
Wir wanderten den Rundweg durch den Regenwald und zum Fluss und bewunderten die uralten Bäume und Pflanzen. Das hier vorkommende Schnabeltier blieb aber auch diesmal in Deckung und zeigte sich nicht.
Mossman Schlucht
Mossman Schlucht


Mehrmals entspannten wir am Strand und bummelten durch Port Douglas, das seinem Ruf eines relaxten Urlaubsortes mehr als gerecht wurde. Erkennbar allerdings auch durch die deutliche höhere Touristenzahl.

Strand von Port Douglas
Strand von Port Douglas
Nach diesen erholsamen Tagen machten wir uns auf den Weg nach Cairns zur Abgabe des Campervans. In Cairns wollten wir noch einige Tage verbringen, bevor unser Flug nach Sydney, sowie der Weiterflug nach Singapur gehen würden.

Samstag, 11. Oktober 2014

Mission Beach und die Atherton Tablelands – vom Strand ins Hochland

Wir verbrachten eine angenehme Nacht in Mission Beach, einem entspannten kleinen Ort an der sogenannten Coral Sea (Korallenmeer) zwischen Townsville und Cairns. Als Ausgangsort für Ausflüge zum Great Barrier Reef ist Mission Beach ebenso berühmt wie für seinen 14 km langen goldfarbenen Sandstrand und den direkt angrenzenden tropischen Regenwald.
Leider war das Wetter wieder nicht überragend und der Strand sah für uns also aus wie jeder andere. Bei schönerem Wetter macht er sicher mehr her ;)

Mission Beach
Australien hat weit mehr zu bieten als eine wunderschöne Küste und so machten wir einen Abstecher ins Hochland in die Atherton Tablelands, anstatt nur entlang der Küste auf dem Highway weiter zu fahren.
Bananen-Plantagen sind weit verbreitet
Bei den Atherton Tablelands handelt es sich um drei Plateaus verschiedener Höhe (400 - 1.200m), die sich bis 80km ins Hinterland erstrecken und vulkanischen Ursprungs sind. Auch heute ist noch vulkanische Aktivität messbar. Der Weg dorthin führt über den gewundenen, steilen Gillies-Highway immer weiter hinauf. Das Zentralplateau ist dabei das am häufigsten besuchte mit einer Höhenlage von bis zu 900m. Kraterseen, Wasserfälle, tropischer Hochlandregenwald und eine Vielzahl kleiner historischer Städte machen die Gegend touristisch sehr interessant.

Eine bekannte Route umfasst der „Waterfalls Circuit“, ein Rundweg, der drei Wasserfälle abklappert. Wir begannen ihn in entgegen gesetzter Richtung und besuchten zuerst die Ellinjaa Falls. Über Lavagestein fließt das Wasser in die Tiefe.

Ellinjaa Falls
Wasserfall Nummer 2 waren die Zillie Falls, die man allerdings nur von schräg oben besichtigen konnte. Der Weg hinunter war aufgrund des eher mittelprächtigen Wetters komplett vermatscht und nahezu unbegehbar.

Zillie Falls
Der letzte Wasserfall war zugleich auch der bekannteste – die Millaa Millaa Falls. Diese befinden sich nahe des gleichnamigen Ortes, der nicht umsonst auch den Namen "City in the Mist" (Stadt im Dunst/Nebel) trägt. Dieser Wasserfall gehört zu den meistfotografierten Motiven im tropischen Nordqueensland. Auch eine Shampoo-Werbung und einige andere Werbespots wurden dort bereits gedreht und das Foto befindet sich zudem auf einer Vielzahl australischer Postkarten. Schaut doch mal eure an (die, denen wir welche geschickt haben natürlich ;)) – bei so einigen sind die Millaa Millaa Falls sicher darauf zu sehen!

Millaa Millaa Falls
Da es leider mal wieder ein bisschen zu regnen anfing, hielten wir uns trotz des hübsches Wasserfalls nicht all zu lange dort auf.
Wir konnten noch nicht wissen, dass wir die Millaa Millaa Falls bald noch einmal wieder sehen würden – und dieses Mal auch aus einer ganz anderen Perspektive! ;)

Wallaman Falls – Vom Nebel verschluckt



Nach unseren tollen Tagen in Airlie Beach und den Whitsundays führte uns unser Weg weiter nach Townsville, von wo aus wir eventuell am nächsten Tag auf die naheliegende Insel „Magnetic Island“ fahren wollten. In Townsville verbrachten wir eine Nacht. Viel können wir dazu nicht sagen, in der Stadt war absolut tote Hose und der Himmel am folgenden Morgen ein trübes Grau in Grau. Der einsetzende Regen, der auch nach einigem Warten nur mehr statt weniger wurde, machten uns die Entscheidung einfach. Magnetic Island würde ohne uns auskommen müssen, wir versuchten lieber dem Regen in nordwestlicher Richtung zu entfliehen.

Fledermaus-Kalb im Girringun-Nationalpark ;)
Ziel war der Girringun Nationalpark und die dort liegenden Wallaman Falls. Hinter diesem Namen versteckt sich der höchste einstufige Wasserfall Australiens, der permanent Wasser führt und sich gewaltige 268m in die Tiefe stürzt.
Das Wetter war zwar nicht gerade berauschend, aber nachdem es aufgehört hatte zu regnen wollten wir unser Glück versuchen.

Doch schon auf der Fahrt durch den Regenwald und immer weiter den Berg hinauf wurde uns langsam klar, dass das auch gewaltig in die Hose gehen könnte. Oben angekommen, liefen wir zur Aussichtsplattform – und – nichts.

Suchbild: Wo ist der Wasserfall?
Wir starrten auf eine graue Nebelwand, so undurchdringlich, dass vom Wasserfall nicht das kleinste bisschen zu sehen war. Nur das Rauschen des Wassers war klar und deutlich zu hören und überzeugte uns immerhin davon, dass er da sein musste ;) Erst waren wir ein bisschen genervt, dann nahm aber die Komik der Situation überhand und wir betrachteten das Ganze mit Humor. Zusammen mit zwei anderen Pärchen beschlossen wir, einfach mal ein bisschen zu warten.
Und siehe da, die Nebelwand wurde heller. Nach und nach lichtete sich das triste Grau und gab immer mehr den Blick auf den Wasserfall frei.
Es wird besser...
Etwas über eine Stunde harrten wir aus und dann war er tatsächlich da – in voller Größe und so eindrucksvoll wie erwartet.

Da is' er ja :)
...sogar mit Regenbogen...
Das Warten hatte sich gelohnt und sogar die Sonne ließ sich blicken. Zufrieden verließen wir den Girringun Nationalpark nach einem kleinen Spaziergang. Mission Beach sollte unser nächster Übernachtungsort werden.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Airlie Beach und die Whitsundays – I am sailing… We are sailing ♫♪♫



In Airlie Beach angekommen suchten wir uns zuerst einen Campingplatz, bei der Auswahl hatten wir schon mit berücksichtigt, dass wir unser Auto dort für einige Nächte umsonst bewacht stehen lassen könnten – wir wollten nämlich zum Segeln.

Airlie Beach ist Ausgangsort für Tages- und Mehrtagestouren zu den Whitsundays, einer Inselgruppe bestehend aus 74 einzelnen Inseln rund um das Great Barrier Reef. Übersetzt bedeutet Whitsunday Islands Pfingstsonntagsinseln und bewohnt sind davon nur zehn. Inzwischen sind auf einigen der Inseln Resorts und Luxusunterkünfte entstanden, ein Großteil gehört jedoch zum streng geschützten Marinepark, der vom Queensland Park and Wildlife Services verwaltet wird. Eigentlich handelt es sich bei den Inseln um ein im Meer versunkenes Gebirge, von dem lediglich die Gipfel sichtbar sind. Wunderschöne Badestrände an glasklarem, blauen Wasser sind ein Markenzeichen der Whitsundays – und zudem findet man hier eines der besten Segelreviere der Welt mit lagunenartigen Buchten, auf dem gleichen Breitengrad wie Tahiti.
Genau da wollten wir natürlich hin und so begannen wir Angebote zu vergleichen. Da wir gerne bereits am nächsten oder spätestens übernächsten Tag los wollten, war die Auswahl relativ klein. Eins war uns klar – ein überfülltes Partyboot mit alkoholisierten 18- bis 20-Jährigen wollten wir nicht und so ging die Suche los. Am Ende entschieden wir uns für das Boot „Prima“, das mit nur 12 Passagieren und 3 Crewmitgliedern eindeutig zu den kleineren gehörte. Pluspunkt: schon am nächsten Vormittag konnte es losgehen! Minuspunkt: unser Budget hatten wir mal wieder ordentlich gesprengt, aber das war es uns wert! ;)

Unser Boot - die Prima

Abends noch schnell gepackt und ein paar Bier und Knabbereien besorgt waren wir bereit und machten uns am nächsten Tag auf zum Hafen. Bald lernten wir unsere Mit-Segler kennen und stellten fest, dass das Glück mal wieder auf unserer Seite war. Zum einen waren anstatt der möglichen 12 nur 6 andere Passagiere mit von der Partie, zum anderen wurden wir upgegradet und bekamen eine Kabine mit eigenem Bad, obwohl wir die Kabine mit Gemeinschaftsbad gebucht hatten.


Schon ging es los und wir machten uns auf den Weg in die Whitsundays. Die nächsten zwei Tage und zwei Nächte waren einfach gigantisch und wir genossen jede Minute.

Schon beim Verlassen des Hafens sahen wir unsere erste Schildkröte und diese sollte nur ein Vorbote auf kommende tierische Begegnungen werden. Die Zeit an Bord verbrachten wir am ersten Tag mit Sonnenbaden und die Aussicht genießen, die sich wirklich sehen lassen konnte. Wir lernten die anderen Passagiere und die Crew kennen und hatten viel Spaß bei langen Unterhaltungen, sowie beim ersten Bad im türkisblauen Meer. Außerdem erfuhren wir bereits jetzt einiges über das Segeln und die Whitsunday Inseln selbst und so verging die Zeit wie im Flug. Abends gingen wir in einer hübschen ruhigen Bucht vor Anker, wo wir ein leckeres Abendessen bekamen. Unser Skipper versprach uns einen tollen Sonnenuntergang, sowie ein anschließendes Highlight…

Er hatte nicht zu viel versprochen, der Sonnenuntergang war wunderschön und ließ keine Wünsche offen. Leise Musik spielte und die Stimmung war total entspannt und angenehm.


Was anschließend kam hatten wir so eindrucksvoll noch nie gesehen – Moonrise – Mondaufgang. Es war ein Tag vor Vollmond und langsam aber sicher schob sich die silberne Kugel über die Berge, um alles immer mehr in silbriges Licht zu tauchen. Das Meer, ruhig und glatt wie ein Pool, spiegelte das Mondlicht. Das Lied, das nebenher lief fühlte sich hundertprozentig passend an, als ob es einzig für diesen Moment geschaffen worden wäre. Jeder hing seinen Gedanken nach und es gibt keine passendere Beschreibung als das Wort „magisch“. Für euch, die ihr nicht dabei wart, mag das kitschig klingen – für uns war es ein unvergesslicher Augenblick!

Moonrise - Mondaufgang
Hier seht ihr den Mondaufgang und das Lied dazu ist: „Nick Cave – Into my Arms“. Falls ihr euch ein bisschen hineinversetzen wollt, dann hört es euch an, betrachtet das Bild und stellt euch den Moment einfach vor. Vielleicht spürt ihr trotzdem die tiefe Ruhe und Zufriedenheit, die sich auch in uns ausgebreitet hat.

Die Nacht war ruhig, nur das Meer schaukelte uns in den Schlaf. Früh am nächsten Morgen weckte uns erneut Musik und wir trafen uns alle an Deck für den Sonnenaufgang. Anschließend ließen wir uns ein reichhaltiges Frühstück schmecken, bei dem es dem einen oder anderen doch etwas zu viel schaukelte, uns beiden ging es aber blendend ;)

Sonnenaufgang
Und schon ist es hell...
Den Vormittag verbrachten wir auf Whitsunday Island, der größten Insel der Whitsundays, die unbewohnt und vor allem durch das sogenannte Hill Inlet und den Whitehaven Beach bekannt ist. Diese beiden gehören zu den wohl meistfotografierten Orten Australiens, was uns absolut nicht verwundert hat... ist es nicht wunderschön?!

Hill Inlet und Whitehaven Beach

Ein kurzer Spaziergang durch den Wald führt einen zu einem Aussichtspunkt, der einen wunderschönen Blick bietet. Whitehaven Beach selbst ist einer der schönsten Strände der Welt, mit beinahe schneeweißem, feinstem Sand. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und verbrachten einige Zeit dort.

Whitehaven Beach

Grüße nach Kabul an Manus Bruder David

Zurück auf der Prima setzten wir die Segel und los gings – nächstes Ziel: Schnorcheln.



Ausgestattet mit Wetsuits, immerhin befanden wir uns mitten im australischen Winter und das Wasser war zwar für kurzes Plantschen angenehm, wurde aber bei längerem Treibenlassen doch recht frisch, ging es hinein in eine völlig andere Welt. Das Great Barrier Reef ist dort noch sehr gut erhalten und es gab sehr viel zu sehen. Weiche und harte Korallen in verschiedenen Farben, Seesterne und Seeigel, Muscheln und natürlich jede Menge Fische, darunter die sogenannte „Maori Wrasse“, die es in schwarz und blau gibt und die mehrere Meter groß werden kann. Nur eine weitere Schildkröte wollte sich leider nicht blicken lassen und auch von einem Hai war zum Glück nichts zu sehen.
Dafür gibts jetzt umso mehr Fotos zu sehen - GoPro-Kamera machts möglich! ;)

Hallooo?! :)


Blubb?! ;)
Parrotfish - Papageienfisch

Papageienfisch und Maori Wrasse








In den folgenden Videos könnt ihr ein bisschen Unterwasserwelt sehen, sowie einen „Fischangriff“, nachdem sie mit Brot angefüttert wurden ;)


Leider macht das kostenlose Programm da nicht mit, deswegen können wir die Filme leider nicht in HD-Qualität hochladen, das dürft ihr euch dann zuhause anschauen.

Nachdem wir an zwei Spots beim Schnorcheln waren und für den Tag genug über die Unterwasserwelt gestaunt hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem Ankerplatz für die Nacht. Unterwegs passierten zwei weitere Dinge, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Nummer 1 war ein Wal, der in höchstens 20m Entfernung gemächlich an uns vorbei zog. Leider hatten wir die Kamera in diesem Moment prompt nicht parat, weshalb ihr auf Fotos verzichten müsst.
Nummer 2 waren mehrere Seeadler, die Kreise um unser Boot drehten und auf Manus lauten Pfiff immer näher kamen. Unser Skipper warf daraufhin Fleischfetzen weit hinauf, die vom Seeadler im Flug gefangen wurden. Sehr majestätische Tiere und spannend zu beobachten!
Seeadler
Auch der zweite Abend endete gemütlich bei einem guten Essen, einem weiteren Sonnen­untergang und vielen Erzählungen unseres Skippers, der bereits mit mehreren Jahrzehnten Segelerfahrung aufwarten konnte.
Sonnenuntergang Nr. 2

Zum Abschluss des Segeltörns spielte auch das Wetter mit. Nach zwei Tagen schönstem Sonnenschein kam über Nacht ein kräftiger Wind auf, der uns ordentlich Schwung für den Trip nachhause geben sollte.
Dann hieß es „Segel hissen“ und in den Wind legen. Himmel – dass ein Boot so schief liegen kann ohne umzufallen. Erstaunlich. Jeder von uns durfte einmal den Skipper spielen, was anstrengender ist als es aussieht. Kurs halten und nicht zu viel Schräglage riskieren fiel Tanja zeitweise recht schwer, zumal es doch einiges an Muskelkraft braucht das Steuerrad wieder in die richtige Position zu drehen. Manchmal ein kurzer Kampf, aber es funktionierte.

Konzentration ;)
Schräglage
Manu stellte sich als Naturtalent heraus und alles lief gut. Bis uns der Wind volle Breitseite erwischte und das Boot noch viel schiefer im Wasser lag als zuvor schon. Da musste schnell gegengekurbelt werden. Brad, ein Crewmitglied und Bruder unseres Skippers Craig, bot Manu sogar 50$, sollte er die Prima zum Kentern bringen. Glücklicherweise passierte dies nicht und so liefen wir nach einer schnellen Fahrt in kompletter Schräglage wieder im Hafen in Airlie Beach ein.




Ein phantastischer Segeltörn ging damit zuende. Ihr könnt uns glauben, es war uns so was von egal, dass wir das Budget mal wieder gesprengt hatten. Es war jeden Cent wert.