Sonntag, 20. April 2014

Auckland – von ner gemütlichen Million Einwohner auf der Südinsel (151.215 km²) zu hektischen 1,5 Millionen in Neuseelands einziger Großstadt

Auckland
Ihr könnt euch also vorstellen, wie viel Trubel auf einmal herrschte. In ganz Neuseeland wohnen nur etwa 4,52 Mio. Menschen, davon gerade einmal 1 Mio. auf der Südinsel, die flächenmäßig aber größer als die Nordinsel ist. Die einzige Millionenstadt ist Auckland, die sich auf der Nordinsel befindet. Mit einer Einwohnerzahl von fast 1,5 Mio. beherbergt sie somit mehr Menschen als auf der kompletten Südinsel leben.
Während man auf der Südinsel also oft stundenlang über den Highway braust, nur vereinzelt Menschen trifft und es hauptsächlich kleine, schnuckelige Örtchen gibt, hat uns Auckland quasi mit voller Wucht getroffen ;)
Gut irgendwie, dass es nur Auckland war und nicht eine Stadt wie Sydney oder Shanghai.

Aber zurück zum Anfang… nachdem wir ja mit der Fähre wieder auf die Nordinsel gefahren waren, verbrachten wir ein paar nette Tage in Wellington, trafen uns mit Freunden aus Blenheimer Tagen wieder und ließen uns von Conny verwöhnen.
Danach ging es direkt nach Auckland, weil am nächsten Tag Tanjas Eltern und ihre Schwester Heike dort am Flughafen landen sollten. Sie wurden schon sehnsüchtig erwartet :)
Am Telefon hatten wir ihnen erzählt, dass wir erst 2 Tage später zu ihnen stoßen würden, holten sie dann aber direkt am Flughafen ab. Die Überraschung war gelungen.

Nachdem wir sie am Hotel abgesetzt hatten, standen wir vor dem ersten großen Problem – wohin mit unserem Auto? Auf der Homepage des Hostels stand, man würde gerne bei der Parkplatzsuche helfen und einem den Weg zu nahegelegenen günstigen Parkplätzen beschreiben. Darauf hatten wir uns einfach mal verlassen, bei unserem Anruf noch aus dem Auto kam dann die Ernüchterung – „keine Ahnung wo es Parkplätze gibt, ich komm nie mit dem Auto zur Arbeit“. Na danke, die Information hätte sie sich sparen können ;)

Skytower
Wir wissen nun: Parken in Auckland ist eine Katastrophe und noch dazu unheimlich teuer. Manu musste sich durch den Stadtverkehr kämpfen, immer auf der Suche nach einem bezahlbaren Parkplatz. Dabei verfuhren wir uns nicht nur einmal und auch seine Nerven wurden auf eine harte Probe gestellt.
Versehentlich landeten wir dann im Parkhaus unterhalb des Skytowers, wunderten uns beim Hineinfahren noch über den günstigen Tagespreis von 11$ und waren dann doch böse erschrocken, als wir noch einmal einen Blick auf das Schild warfen. Nicht 11$ für einen Tag, nein, 11$ für 30 Minuten parken. Nichts wie raus hier, dachten wir uns. Leider gar nicht so einfach. Wer so ein Parkhaus baut, gehört erschlagen ;) wir wollten nur kurz unser Ticket bezahlen. Verfuhren uns dabei mit den Aufzügen und konnten anschließend unser Auto nicht mehr finden, obwohl wir extra Parkplatznummer und Stockwerk fotografiert hatten (5. Stock, Platz 5.023). Das ist wohl schon öfter vorgekommen, denn an einigen Stockwerken gab es „How to find my car“-Automaten, die einen durch das Kennzeichen zum richtigen Aufzug und ins richtige Stockwerk schicken.
Lange Rede, kurzer Sinn… irgendwann hatten wir es gefunden, waren bereits jetzt 11$ ärmer und keinen Schritt weiter. Irgendwann haben wir dann aber doch einen Parkplatz gefunden. 3 Tage – 100 $. Was für ein Schnäppchen :/


Auckland Harbour
Die folgenden Tage verbrachten wir mit viel Sightseeing und Einkaufsbummeln. Dafür legten wir auch so einige Kilometer zu Fuß zurück. Wir waren am Hafen, am und auf dem Skytower, im ganzen Zentrum unterwegs, am Fischmarkt, im Albert Park und an der Town Hall.

Auckland Skyline
Fischmarkt
Civic Square


Town Hall
Blick vom Skytower
Blick vom Skytower
Schwestiiiis auf dem Skytower
Skytower am Tag
Skytower in der Abenddämmerung
Skytower bei Nacht
Wir besuchten die Auckland Domain mit ihren Gewächshäusern und auch ein Ausflug auf den Mount Eden, einem der vielen Vulkane Aucklands, durfte nicht fehlen. Genauso wenig wie das beinahe tägliche „Feierabendbier“ oder die kleinen Kaffeepausen.

Mount Eden
Auckland Domain
Gewächshaus in der Auckland Domain
Gewächshaus in der Auckland Domain


Auckland Domain
Auckland Domain
Nach 3 Tagen holten Tanjas Eltern das Wohnmobil ab und wir fuhren mit unserem Auto weiter. Erstes Ziel: die Coromandel Peninsula.

Donnerstag, 17. April 2014

Lake Tekapo - blau so blau :)

Vom Mt. Cook gings wieder am Lake Pukaki entlang und direkt weiter zum nächsten See, dem Lake Tekapo. Dieser ist farblich nicht ganz so türkisblau wie der Lake Pukaki, sondern eher tiefblau… aber deshalb nicht weniger schön.

Diesmal war erholen angesagt. Wir gingen einkaufen und baden, saßen in der Sonne und lasen oder taten einfach nichts. Praktisch war, dass sich der Campingplatz direkt am Seeufer befand. Dort trafen wir, welche Überraschung, erneut auf Christiane und Rico. Dies sollte aber das letzte Mal bleiben. Inzwischen sind die beiden wieder zuhause, wir können uns also sicher sein, ihnen nicht noch mal in Neuseeland über den Weg zu laufen ;)

Auch unser Nachbar war ein Unikat. Der Mann war der vermutlich älteste Reisende, den wir bisher getroffen hatten. Er war bestimmt schon 75 Jahre alt, Kiwi, mit Campervan unterwegs und unterhielt sich gleich mit uns. Er wollte wissen, woher wir kommen und wie viele Einwohner Deutschland denn inzwischen habe. Auf unsere Antwort meinte er nur „Ach herrje, so viele gibt’s von euch. Deswegen sind wohl alle hier, hier ists schön ruhig!“ ;)
So siehts wohl aus. In Neuseeland gibt’s bestimmt bald mehr Deutsche als Kiwis.

Nach einem Tag Entspannung war uns dann doch wieder nach Bewegung zumute und wir entschieden uns für die Wanderung auf den naheliegenden Mt. John. Dieser bietet eine schöne Aussicht, oben ein Planetarium, sowie ein Observatorium, da sich der Himmel in dieser Gegend besonders für Sternbeobachtung eignet.

Aussicht vom Mt. John
 Der Weg nach oben war schön, aber auch erstaunlich anstrengend. Möglicherweise lag das auch an der recht hohen Temperatur und der schwülen Luft. Wir hatten das Gefühl, ein Gewitter würde aufziehen. Die Aussicht und der warme Schokokuchen mit Sahne für mich belohnten uns für die Strapazen ;)

Herrliche Aussicht ;)
Blick auf den Lake Tekapo
Aussicht vom Mt. John
Dies sollte bereits unser vorletzter Tag auf der Südinsel sein, also hieß es… ab in den Norden, wir mussten ja zur Fähre nach Picton.
Unterwegs sammelten wir eine Französin auf, die durch ganz Neuseeland trampt. Sie verließ uns erst nach 4 Std in Christchurch wieder und so unterhielten wir uns sehr nett während der Fahrt.
Ansonsten ist nichts weiter Spannendes passiert, wir haben noch eine Nacht in Kaikoura verbracht und noch einmal einen Abstecher ins wunderschöne Blenheim gemacht. Dort haben wir im Duncannon einige Freunde besucht. Schon irgendwie ein Deja-vu… gut, dass wir nicht noch mal zum Arbeiten da bleiben mussten ;)

Picton
Picton
Abends ging es auf die Fähre von Picton nach Wellington und wir mussten uns von der Südinsel verabschieden. Die Überfahrt war sehr schön und zum Glück ruhig. Manu überkam zwischenzeitlich etwas die Müdigkeit, aber ich habe die letzten Blicke auf die Marlborough Sounds mehr als genossen ;)

Marlborough Sounds - letzter Blick auf Picton
Marlborough Sounds
Marlborough Sounds
Marlborough Sounds
Müüüüüde ;)
Uns hat die Südinsel sehr gut gefallen und nun sind wir gespannt, was die Nordinsel alles zu bieten hat. Hier kennen wir ja bisher erst Wellington ;)

Machs gut Südinsel – Hallo Nordinsel!

Sonntag, 30. März 2014

Mount Cook und Lake Pukaki – einfach toll!

Von Dunedin aus machten wir uns auf den Weg nach Norden, um dann noch einen Umweg durch das Landesinnere zu machen. Ziele waren dabei der Lake Pukaki und der Mt. Cook, der mit 3.754 m Neuseelands höchster Berg ist.
Schon auf unserer Fahrt die Westküste hinunter war er eine lange Zeit zu sehen, da er sich beinahe ganz im Westen befindet. Es ist aber nicht möglich ihn von dieser Seite aus mit dem Auto zu erreichen. Dafür muss man quasi von der Ostküste aus wieder westwärts fahren. Mal wieder eine große zusätzliche Strecke, aber wie so oft… auch diese lohnt sich!
Die Straße führt an vielen Seen wie dem Lake Benmore vorbei, bevor das Mackenzie Country, ein weites Hochland über dem die Gipfel des Mt. Cook Nationalparks aufragen, beginnt.

Mackenzie Country
Auf dem Weg zum Mt. Cook Village, wo wir auf einem DOC-Campingplatz übernachten wollten, machten wir einen längeren Stopp am Lake Pukaki. Wir hatten sehr auf gutes Wetter gehofft, da der See nur dann seine leuchtend türkisblaue Farbe zeigt.
Die Farbe entsteht, weil sich Gesteinsmehl, sogenanntes Sediment im Wasser befindet. Dieses entstand, als das Becken des Sees durch wandernde Gletscher und Steine ausgehöhlt wurde. Durch die Reibung der Steine wurden feine Partikel abgeschmirgelt, die sich mit dem Wasser vermischten. Es entstand ein milchiges Aussehen und wenn sich das Licht der Sonnenstrahlen darin bricht wirkt er strahlendblau.
Wir wurden nicht enttäuscht, das Wetter war perfekt und so war es auch der See. Überzeugt euch selbst.

Lake Pukaki
Lake Pukaki
Lake Pukaki
Auch diese Strecke war wieder wunderschön, da sich die Straße ständig am Seeufer entlang windet. Rechts der blaue See, geradeaus bereits die Sicht auf den Mt. Cook und seine „Geschwister“. Hier beginnt bereits der Mt. Cook Nationalpark. Von den 27 Dreitausendern Neuseelands liegen 22 in diesem Park. Die Kulisse ist also wirklich beeindruckend.

Mt. Cook Nationalpark
Der DOC-Campingplatz, der sich einige Kilometer außerhalb des Mt. Cook Village am Fuße des Mt. Sefton befindet, gehört nicht umsonst zu den sogenannten Scenic Campgrounds. Die Lage ist perfekt und die Aussicht toll.

DOC-Campingplatz
DOC-Campingplatz am Fuße des Mt. Sefton
Ohne es zu bemerken hatten wir wieder gegenüber von Christianes Auto geparkt. Ihr und ihrem Freund Rico waren wir ja zufällig schon in Te Anau über den Weg gelaufen ;)
Abends kochten wir und saßen dann noch gemütlich zusammen, bevor wir in Zelt und Auto krochen.
 

Abendessen ;)
Am nächsten Morgen entschieden wir uns für den Hooker Track, der durch das Hooker Tal, entlang des gleichnamigen Flusses und über 3 Hängebrücken immer in Richtung Mt. Cook führt.

Hooker Valley Track
Hooker Valley Track
Hooker Valley Track - Hängebrücke 1
Hooker Valley Track
Hooker Valley Track - Hängebrücke 2
Am Ende erreicht man den Hooker Lake, der aus Gletschern gespeist wird und auch einige Eisschollen treiben darin herum. Die Wanderung war toll und auch das Wetter immer noch traumhaft.

Hooker Lake (rechts hinten: Mt. Cook)




Hooker Lake
Hooker Lake


Samstag, 29. März 2014

Dunedin – Sightseeing und ganz viel Schokolade später

Dunedin ist eine hübsche Stadt mit einer langen Einkaufsstraße, vielen Cafés und Bars. Hier befindet sich auch die University of Otago, was Dunedin zu einer Studentenstadt macht in der wirklich einiges geboten ist.
Wir entschieden uns für einen gemütlichen Tag mit ausgiebigem Stadtbummel und Kaffee trinken.

Historischer Bahnhof



Natürlich durfte dabei weder der Besuch des historischen Bahnhofs, an dem heute nur noch ein Touristenzug zur Taieri Schlucht abfährt,  noch der „Cadbury World“ (Cadbury = Neuseelands beliebteste Schokolade) Schokoladenfabrik fehlen. Hier machten wir zwar keine der geführten Touren durch die Fabrik mit, deckten uns aber im Outlet-Store gründlich mit Schokolade ein. Eigentlich hatten wir extra Schoki für meine Family besorgt, die schon bald zu Besuch kommen würde, diese wurde aber leider schon vorher vernichtet und erreichte so nie ihren Bestimmungsort ;)

Schoookooolaaadeee ;)
Sehenswert war auch die Baldwin Street, die laut Guinness-Buch der Rekorde die steilste Anliegerstraße der Welt ist… und ja, sie ist wirklich extrem steil, auch wenn man das auf dem Foto hier gar nicht so gut erkennen kann.

Ihre Steigung beträgt 19,3°, d.h. ca. 35%, was schon recht ordentlich ist und einen gut ins Schwitzen bringt ;)

Baldwin Street
Nun hatten wir aber mal wieder genug von Stadt und es war Zeit für Berge und Seen - auf zum Mount Cook, Neuseelands höchstem Berg!

Invercargill und die Catlins – Wasserfälle, Strand und Me(e/h)r

Weiter gings dann also nach Invercargill, wo wir nur eine Nacht ver­brachten und die Stadt quasi mehr als Zwischenstation für unsere Weiterfahrt in den „Catlins Forestpark“ nutzten. Außerdem wars nach einigen Nächten auf DOC-Campingplätzen mal wieder Zeit für einen Campingplatz mit Dusche und Waschmaschine, was wir dann natürlich ausgiebig nutzten.
Invercargill selbst hatte uns beim ersten Durchfahren nicht besonders angesprochen und auch das Wetter war wieder mal recht grau, weshalb wir auf Besserung in süd-östlicher Richtung hofften und direkt nach dem Frühstück starteten ohne uns Invercargill und seine Sehenswürdigkeiten genauer anzuschauen ;)

The Catlins
Die Catlins liegen am State Highway 92 zwischen Invercargill und Dunedin und sind eine wirklich schöne Region, die Weideland (ein bisschen wie im Allgäu ;)), einheimische Wälder (nicht mehr wie im Allgäu) und raue Buchten (gaaar nicht mehr wie im Allgäu) miteinander vereint. Überall gibt es lange, einsame Strände und oft kann man Pinguine, Seelöwen oder sogar Delfine sehen.

Cannibal Bay
Der südlichste Punkt der Südinsel befindet sich am sogenannten Slope Point, den man nach 13km Kiesstraße erreicht. Manchmal hatten wir das Gefühl, unser Auto würde bald auseinander fallen, so holperig sind die Straßen.
Eine Bucht folgt der anderen und unser nächstes Ziel hieß Cathedral Caves. Diese Höhlen sind nur 2 Stunden vor und nach Ebbe zugänglich und wir wollten sie gerne besichtigen, doch – Enttäuschung – die Zufahrtstraße war gesperrt und eine Besichtigung nicht möglich. Keine Ahnung warum, aber so blieb uns nichts anderes übrig als erneut unsere Pläne zu ändern. Stattdessen machten wir den 40-minütigen Spaziergang zu den McLean Falls, die wir im Anschluss sowieso besuchen wollten.

McLean Falls
Die Strecke führt mitten durch den Wald, immer wieder vorbei an kleineren Wasserfällen, bis man am Ende zum richtigen Wasserfall kommt. Dieser war wirklich schön, hatte jede Menge Wasser und mehrere Stufen abwärts. Manu kletterte dann noch ein Stück weiter nach oben, um zur ersten Stufe des Wasserfalls und zu einem steinernen Pool zu gelangen.


McLean Falls - oben am Steinpool
Ihr seht, wir spielen noch mit der Kamera - hier, weichfließendes Wasser ;)
Eine ganze Weile ging es bergauf, doch auf der anderen Seite des Passes war es dafür auf einmal sonnig. Wie so oft hingen die Wolken tief in den Bergen fest und sorgten so auf der einen Seite für schlechtes und auf der anderen Seite für gutes Wetter.
Mit, dank Sonne, noch besserer Laune konnte es also weitergehen. Der nächste Abstecher führte uns zum Nugget Point, einem Leuchtturm an der Spitze einer Felszunge. Schon die Autofahrt dorthin war absolut sehenswert. Kieswege direkt an einsamen Buchten entlang bis man irgendwann den Parkplatz erreicht.
Wir hörten laute Musik, beide Fenster offen und genossen den Wind und das Meeresrauschen!

Auf dem Weg zum Nugget Point
Ein Spaziergang führt dann zum Leuchtturm… hoch über dem Meer, vorbei an steil abfallenden Felswänden und mit fantastischer Aussicht. Tiefblaues Meer soweit das Auge reicht und schroffe Felsformationen. Unten in der Tiefe konnte man zwischendurch auch wieder Seelöwen schwimmen sehen.

Nugget Point Lighthouse



Es war mal wieder ziemlich windig ;)


Zurück auf dem State Highway lockte uns Dunedin, die mit ca. 111.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt der Südinsel.